In diesem Sommer hatten fünf von uns das Glück eine kurze Pause vom intensiven Wahlkampf machen zu können. Nicht etwa, um sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, sondern um viel über Recycling und den Umgang mit Müll auf Korfu (Griechenland) zu lernen. In einem 10-tägigen Jugendaustausch mit diversen Workshops, haben wir viel über die griechische Kultur gelernt und Ideen und Motivation gesammelt, um die weltweite Plastikkrise zu bekämpfen.

Wir haben viele Dinge auf Korfu entdecken können, die sonst von den meisten Touristen unentdeckt bleiben. Täglich laufen tausende Menschen an den Schaufenstern des Minimis vorbei und bewundern den schönen Schmuck in der Auslauge. Doch der Sammelbehälter für Altglas, der vor dem Laden steht, fällt nicht jedem direkt ins Auge. Nikol Misfout, eine der Besitzerinnen des Ladens, erzählte uns in einem kurzen Vortrag, wie sie zusammen mit ihrer Schwester altes Glas zu wunderschönen Unikaten upcyclet. Davon inspiriert durften wir wenig später in einem Workshop selbst unserer Kreativität freien Lauf lassen und kleine Andenken aus alten Plastikdeckeln selbst herstellen. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen uns an einem Erinnerungsstück im Grünen-Stil zu versuchen.

Neben Upcycling stand vor allem Recycling auf dem Programm. Es war sehr spannend zu hören, wie sehr sich die Recyclingsysteme auf kleinen Inseln wie Korfu (und in Griechenland allgemein) von unserem deutschen System unterscheiden. Vor allem sticht heraus, dass es in Griechenland vielerorts keine richtige Mülltrennung gibt. Mit Glück lässt sich eine Extra-Tonne für Plastikabfall finden und mit noch mehr Glück wird diese dann auch regelmäßig geleert. Um dieses Problem – zumindest in unserem Hotel – zu lösen haben wir dort für die Zeit unseres Aufenthalts ein eigenes Mülltrennungssystem entworfen und aufgebaut, welches sich auch bei den anderen Gästen großer Beliebtheit erfreute. Nachdem wir genug Material gesammelt hatten, ging es zum lokalen Recyclinghof – einer Initiative die hauptsächlich von Ehrenamtlichen getragen wird.

Die Workshops bezogen sich aber auch nicht immer auf lokale Projekte, sondern haben uns auch die Möglichkeit gegeben, im Austausch mit den anderen Teilnehmenden, viele Ideen zu sammeln, um unseren eigenen Alltag nachhaltiger zu gestalten. In kreativen Projekten, wie dem Drehen von Werbeclips für nachhaltige Produkte oder dem Erarbeiten eigener Müllvermeidungsstrategien, haben wir eine positivere Herangehensweise an das Thema Nachhaltigkeit kennengelernt. In diese Kategorie fällt auch die Doku “There is place on earth” von Ellen van den Honert, in der sie zeigt, dass es nicht immer nur ökonomische Argumente sind, die Menschen zum Erhalt der Wildnis bewegen. Gemeinsam mit der Produzentin selbst durften wir beim Ansehen lernen, wie die Natur seit Anbeginn der Menschheit die Kunst beeinflusst hat und wie die Kunst selbst immer wieder dafür sorgt, dass sich Menschen für einen Erhalt ihrer Umwelt einsetzen.

Als finale, große Aktion stand ein Beach-Cleaning auf dem Programm. Insgesamt drei Stunden sammelten, sortierten und reinigten wir den Müll auf dem Weg von unserem Hotel bis zum Strand. Von fünf vollen Säcken war am Ende leider nur einer recyclebar. Der Rest des Abfalls war entweder nicht wiederverwertbar oder zu schmutzig für das sehr manuelle Recyclingsystem auf Korfu. Auch wir von der GJ Lev-RBK machen immer mal wieder Müllsammelaktionen, also schaut doch gerne mal vorbei und macht mit – just give it a shot! Wir blicken auf eine sehr schöne und inspirierende Zeit in Griechenland zurück und können es jedem empfehlen sich selbst mehr mit den Themen Recycling und Upcycling – auch über die deutschen Grenzen hinaus – zu beschäftigen.

~ Erfahrungsbericht von Annabelle Bauer, Daniel Bender, Paul Kuschmitz, Stella Laufenberg und Caroline Schmitt